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Mehlschwitze

1:1-Verhältnis, drei Röstgrade und eine einfache Klumpenfrei-Formel - inkl. Mengen für 0,5 l und 1 Liter

4,9 von 5 Sternen, 107 Bewertungen
Grundrezept für Mehlschwitze
Gesamtzeit:
5 Min.
Schwierigkeit:
Einfach
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Das Grundrezept für deine Mehlschwitze (auch Einbrenne/roux) zeigt dir, wie du aus Butter und Mehl in wenigen Minuten eine perfekte Basis‑Soße oder Suppenbinder machst - klümpchenfrei und mit angenehm mildem Mehlgeschmack. In nur fünf Minuten ist die einfache Mehlschwitze zubereitet. Los geht's!

Rezept entwickelt und zubereitet von Michael. Mit Liebe verfasst von Nadine. Aktualisiert am

Zutaten

Passt die Mengen aller Zutaten an.
1 Portion (für je 0,5 l Sauce)

Nährwerte pro Portion (für je 0,5 l Sauce)

( Datenbasis )
Kalorien
542 kcal
Proteine
5 g
Fett
42 g
Kohlenhydrate
36 g
Video-Empfehlung

Grundrezept für Mehlschwitze

  1. Schritt 1 Butter auslassen

    • 50 g Butter

    Butter bei mittlerer Hitze langsam schmelzen lassen, bis sie klar ist.

    Butter im Topf zerlassen
  2. Schritt 2 Mehl zur Mehlschwitze sieben

    • 50 g Mehl

    Dann das Mehl dazu sieben und mit Schneebesen oder Holzlöffel gründlich verrühren, bis eine glatte, streichfähige Paste entsteht.

    Tipp: Die Mehlschwitze muss kurz köcheln, damit der rohe Mehlgeschmack verschwindet.

    Mehl dazusieben
  3. Schritt 3 Mehlschwitze klümpchenfrei kochen

    • 500 ml Flüssigkeit (z.B. Milch, Gemüsebrühe)

    Variante: Mehlschwitze für hellen Soßenansatz

    Mehlschwitze sofort nach dem Anschwitzen mit kalter Flüssigkeit auffüllen, mit einem Schneebesen einrühren und unter ständigem Rühren aufkochen.

    Variante: Mehlschwitze für dunkle Soßen

    Mehlschwitze unter ständigem Rühren anrösten:

    • 4 bis 6 Minuten für helle bis goldbraune Bindung
    • länger für nussige Bratensoßen

    Tipp: Die Flüssigkeit (Milch, Sahne, Brühe oder Gemüsefond) kalt oder lauwarm in dünnem Strahl unter kräftigem Rühren hinzufügen – nie alles auf einmal, so verhinderst du Klumpen.

Was ist Mehlschwitze?

Mehlschwitze ist eine klassische Bindebasis aus Fett und Mehl, die wir kurz anschwitzen (und je nach gewünschtem Aroma auch anrösten) und anschließend mit Flüssigkeit ablöschen. Je nach Region heißt sie auch Einbrenne oder Roux. Mit einer Mehlschwitze binden wir Suppen und Soßen zuverlässig, ohne dass sie wässrig bleiben – und steuern nebenbei den Geschmack: von mild (hell) bis kräftig (braun).

Kurz gesagt: Mehlschwitze = Fett + Mehl (1:1 nach Gewicht), dann Flüssigkeit nach und nach einrühren, bis alles glatt ist.

Die richtige Menge Mehlschwitze

Die einfachste Faustregel lautet: Mehl und Fett immer im gleichen Verhältnis (1:1 in Gramm). Wie stark die Mehlschwitze bindet, bestimmst du über die Menge pro Flüssigkeit und über den Röstgrad (dunkler = aromatischer, bindet etwas weniger).

Flüssigkeitleichte Bindungmittlere Bindungstarke Bindung
250 ml10 g Mehl + 10 g Fett15 g Mehl + 15 g Fett25 g Mehl + 25 g Fett
500 ml20 g Mehl + 20 g Fett30 g Mehl + 30 g Fett50 g Mehl + 50 g Fett
1 Liter40 g Mehl + 40 g Fett60 g Mehl + 60 g Fett100 g Mehl + 100 g Fett

So hilft die Tabelle in der Praxis:

Profi-Regel: Lieber zu wenig starten und bei Bedarf nachbinden, statt die Soße nachher „wieder flüssig zu retten“.

Hell, blond oder braun – so steuerst du Aroma und Farbe

Der Röstgrad entscheidet, wie die Mehlschwitze schmeckt und wofür sie am besten passt:

Klümpchenfrei in 3 Schritten – unsere Gelingformel

Damit die Mehlschwitze garantiert glatt wird, hältst du dich an diese Reihenfolge:

Wichtig: Klümpchen entstehen fast immer, wenn man zu viel Flüssigkeit auf einmal in die heiße Mehlschwitze gibt oder zu wenig rührt.

Typische Fehler bei Mehlschwitze

Die Mehlschwitze klumpt

Die Soße schmeckt mehlig

Die Mehlschwitze wird zu dunkel oder bitter

Die Soße ist zu dick

Die Soße ist zu dünn

Fett trennt sich ab

Grundrezept abwandeln

Das Grundrezept der Mehlschwitze lässt sich mit wenigen Handgriffen ganz verschieden abwandeln.

Fett

Bevor du deine Mehlschwitze zubereitest, solltest du dir überlegen, wofür du sie später verwenden möchtest. Denn je nachdem, wie es mit diesem einfachen Grundrezept weitergeht, variieren Zutaten und Zeiten.

Helle Mehlschwitzen müssen nur kurz im Topf geköchelt werden.

Für dunkle Mehlschwitzen und deren Röstaromen planst du ein paar Augenblicke mehr ein. Beachte auch, dass dunkle Mehlschwitzen deshalb ein hitzebeständiges Fett brauchen. Welches Fett sich für welche Mehlschwitze eignet, siehst du in der Übersicht:

MehlschwitzeVerwendungFett
helleSenfsaucen
Käsesaucen
Weißweinsaucen
Butter
brauneFleischgerichte
Portweinsaucen
Pilzgerichte
Schmalz, Pflanzenöl

Mehl

Für das Grundrezept der Mehlschwitze wird ganz klassisch Weizenmehl verwendet. Vollkornmehl oder Dinkelmehl funktionieren genauso gut.

Schon gewusst?

Gekaufte Soßenbinder beinhalten im Gegensatz zu unserer Mehlschwitze unnötige Zusatzstoffe.

Glutenfreie Variante

Glutenfreie Mehle sind hingegen nicht geeignet. Glutenfreie Mehle binden je nach Mischung sehr unterschiedlich und klumpen schneller – als 1:1-Ersatz funktionieren sie nicht immer zuverlässig. Wenn man glutenfrei binden möchte, greift man lieber zu alternativen Bindern oder nutzt unsere Variante ohne Mehl.

Mehlschwitze weiter verarbeiten

Damit das Grundrezept für Mehlschwitze auch wirklich tadellos gelingt, gibt es kleine Stellschrauben bei der Weiterverarbeitung, die du unbedingt beachten solltest.

Nach und nach einrühren

Man kennt es: Fleisch und Beilagen sind zum Servieren bereit, aber die Soße fehlt noch. Bei aller Hektik ist es aber wichtig, die Flüssigkeit langsam portionsweise einzurühren. Kommt zu viel Flüssigkeit auf einmal zur Mehlschwitze, lässt sie sich nicht klumpenfrei verrühren.

Rühren nicht vergessen

Ständiges Rühren ist für eine perfekte Mehlschwitze unabdingbar. Nur so kannst du dafür garantieren, dass sich Klümpchen auflösen und nicht hartnäckig bleiben.

Grundrezept für Mehlschwitze
Mehlschwitze nach Grundrezept

Welche drei Arten von Mehlschwitze gibt es?

Es gibt drei klassische Arten von Mehlschwitze, die sich vor allem durch ihren Bräunungsgrad unterscheiden.

Weiße Mehlschwitze (Roux blanc)

Sie wird nur kurz erhitzt, bis das Mehl leicht schäumt, aber keine Farbe annimmt. Sie ist ideal für helle Saucen wie Béchamel oder helle Gemüse- und Käsesaucen.

Blonde Mehlschwitze (Roux blond)

Sie wird etwas länger erhitzt, bis sie eine leicht goldene Farbe annimmt. Sie verleiht der Soße ein mild-nussiges Aroma und eignet sich gut für helle Fleisch- und Geflügelsaucen oder cremige Suppen.

Braune Mehlschwitze (Roux brun)

Sie wird kräftig angeröstet, bis sie dunkelbraun ist. Sie entwickelt ein intensives Röstaroma und eignet sich perfekt für dunkle Braten- oder Wildsaucen.

Je dunkler die Mehlschwitze, desto kräftiger ihr Geschmack, aber auch desto geringer ihre Bindekraft.

Aufbewahrung und Einfrieren

Mehlschwitze kannst du auch auf Vorrat herstellen:

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Mehlschwitze brauche ich für 1 Liter?

Für eine mittlere Bindung startest du mit etwa 60 g Mehl + 60 g Fett pro 1 Liter Flüssigkeit. Für leichte Bindung reichen 40/40 g, für starke Bindung 100/100 g.

Welche Flüssigkeit eignet sich am besten?

Das hängt vom Ziel ab: Für helle, cremige Soßen nimmt man oft Milch, für herzhafte Soßen Brühe oder Fond. Wichtig ist, die Flüssigkeit nach und nach einzurühren.

Können man Mehlschwitze auch vegan machen?

Ja. Man ersetzt Butter einfach durch neutrales Öl oder eine pflanzliche Margarine – das Verhältnis bleibt gleich (1:1 in Gramm).

Was ist der Unterschied zwischen Mehlschwitze und Speisestärke?

Mehlschwitze kocht man aus Fett und Mehl und bekommt dadurch mehr Röstaroma und „runde“ Soßen. Speisestärke rührt man meist kalt an und bindet damit am Ende – das Ergebnis wird oft klarer und ohne Röstaromen.

Warum wird Mehlschwitze klumpig?

Meist kommt die Flüssigkeit zu schnell in die heiße Mehlschwitze oder man rührt zu wenig. Man löst das, indem man erst einen kleinen Schuss einrührt, wieder glatt rührt und dann erst den Rest zugibt.

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