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Mehlschwitze Rezept

Mit dem richtigen Verhältnis für 500 ml und 1 Liter, Varianten mit Öl oder Milch und Tipps gegen Klümpchen.

4,9 von 5 Sternen, 116 Bewertungen
Grundrezept für Mehlschwitze
Gesamtzeit:
15 Min.
Schwierigkeit:
Einfach
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Mit einer Mehlschwitze, auch Einbrenne genannt, bindest du Soßen und Suppen ganz einfach selbst. Für unser Grundrezept brauchst du nur Butter und Mehl im Verhältnis 1:1. Anschließend rührst du Milch, Brühe oder eine andere Flüssigkeit ein. Wir zeigen dir außerdem, wie viel Mehlschwitze du für 500 ml oder 1 Liter brauchst und wie sie garantiert schön glatt wird.

Rezept entwickelt und zubereitet von Michael. Mit Liebe verfasst von Nadine. Aktualisiert am

Zutaten

Passt die Mengen aller Zutaten an.
1 Grundansatz für 500 ml Flüssigkeit
Du benötigst außerdem:
  • Messbecher
  • Schneebesen
  • Topf

Nährwerte pro Grundansatz für 500 ml Flüssigkeit

(Datenbasis)
Kalorien
665 kcal
Proteine
21 g
Fett
44 g
Kohlenhydrate
47 g

So funktioniert der KochmodusEin Schritt nach dem anderen – groß, mit Zutaten und Timer zur Hand. Dein Display bleibt an.

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Grundrezept für Mehlschwitze

  1. Schritt 1 Butter schmelzen

    • 30 g Butter

    Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze langsam schmelzen lassen. Für eine helle Mehlschwitze sollte sie dabei keine Farbe bekommen.

    Butter im Topf zerlassen
  2. Schritt 2 Mehl anschwitzen

    • 30 g Weizenmehl Typ 405

    Mehl auf einmal dazugeben und sofort mit einem Schneebesen gründlich einrühren. Die Mischung 1-2 Minuten unter Rühren anschwitzen, bis eine glatte Paste entstanden ist.

    Tipp: Das Mehl musst du vorher nicht sieben. Wenn du es direkt gründlich mit der Butter verrührst, entsteht ebenfalls eine glatte Mehlschwitze.

    Grundrezept für Mehlschwitze
  3. Schritt 3 Flüssigkeit einrühren

    • 500 ml Flüssigkeit, z. B. Milch, Gemüsebrühe oder Fond

    Zuerst nur einen kleinen Teil der Flüssigkeit zur heißen Mehlschwitze geben und kräftig verrühren, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Danach die übrige Flüssigkeit nach und nach einrühren.

    Besonders einfach gelingt es mit kalter Flüssigkeit zur warmen Mehlschwitze. Entscheidend ist aber vor allem, dass du die Flüssigkeit portionsweise zugibst und zwischendurch immer wieder glatt rührst.

    Flüssigkeit in Mehlschwitze rühren

    Tipp: Die Flüssigkeit (Milch, Sahne, Brühe oder Gemüsefond) kalt oder lauwarm in dünnem Strahl unter kräftigem Rühren hinzufügen – nie alles auf einmal, so verhinderst du Klumpen.

  4. Schritt 4 Mehlschwitze kochen

    Alles unter Rühren aufkochen. Anschließend die Hitze reduzieren und die Soßenbasis etwa 5-10 Minuten sanft köcheln lassen. So bindet sie vollständig und der mehlige Geschmack verschwindet.

    Je nach Verwendung kannst du die Mehlschwitze jetzt würzen oder mit weiteren Zutaten verfeinern.

    Fertige Mehlschwitze

Hinweis: Die Nährwerte beziehen sich auf die Zubereitung mit 500 ml Vollmilch.

Wie viel Mehlschwitze brauche ich?

Für eine Mehlschwitze verwendest du Fett und Mehl grundsätzlich im Verhältnis 1:1 nach Gewicht. Wie viel davon du brauchst, hängt davon ab, wie stark deine Soße oder Suppe gebunden werden soll.

Flüssigkeitleichte Bindungmittlere Bindungstarke Bindung
250 ml10 g Fett + 10 g Mehl15 g Fett + 15 g Mehl25 g Fett + 25 g Mehl
500 ml20 g Fett + 20 g Mehl30 g Fett + 30 g Mehl50 g Fett + 50 g Mehl
1 Liter40 g Fett + 40 g Mehl60 g Fett + 60 g Mehl100 g Fett + 100 g Mehl

Für die meisten cremigen Soßen ist die mittlere Bindung ein guter Ausgangspunkt. Deshalb verwenden wir im Grundrezept 30 g Butter und 30 g Mehl auf 500 ml Flüssigkeit.

Für Suppen oder eine nur leicht sämige Soße kannst du weniger verwenden. Soll die Konsistenz besonders dick und cremig werden, erhöhst du die Menge entsprechend.

Tipp: Starte lieber etwas dünner. Eine zu dünne Soße kannst du noch einkochen oder nachbinden. Eine sehr dicke Mehlschwitze musst du dagegen wieder mit zusätzlicher Flüssigkeit verdünnen.

Mehlschwitze abwandeln

Das Grundprinzip bleibt immer gleich: Fett und Mehl werden miteinander angeschwitzt. Welches Fett und welche Flüssigkeit du verwendest, kannst du passend zum Gericht auswählen.

Mehlschwitze mit Öl

Butter lässt sich problemlos durch Pflanzenöl ersetzen. Für unseren Grundansatz verwendest du etwa 30 g neutrales Öl und 30 g Mehl auf 500 ml Flüssigkeit.

Raps- oder Sonnenblumenöl eignet sich besonders gut, wenn die Mehlschwitze möglichst neutral schmecken soll. Olivenöl bringt dagegen einen deutlichen Eigengeschmack mit und passt vor allem zu mediterranen Gerichten.

Öl ist außerdem praktisch für eine vegane Mehlschwitze. Verwende anschließend Gemüsebrühe oder eine pflanzliche Milchalternative als Flüssigkeit.

Mehlschwitze mit Milch

Für eine Mehlschwitze mit Milch bereitest du das Grundrezept ganz normal aus Butter und Mehl zu und verwendest anschließend Milch als Flüssigkeit.

Für 500 ml Milch sind 30 g Butter und 30 g Mehl ein guter Ausgangspunkt für eine cremige Soße. Die Milch portionsweise unter ständigem Rühren dazugeben und anschließend alles 5-10 Minuten sanft köcheln lassen.

Mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt entsteht so die Basis für eine klassische Béchamelsauce. Auch für Käsesoßen, Aufläufe und cremiges Gemüse eignet sich diese Variante.

Mehlschwitze ohne Butter

Butter ist für eine Mehlschwitze nicht zwingend notwendig. Du kannst sie im gleichen Gewichtsverhältnis durch Margarine ersetzen.

Auch Pflanzenöl funktioniert. Damit gilt dieselbe Grundregel: Für eine mittlere Bindung verwendest du ungefähr 30 g Fett und 30 g Mehl auf 500 ml Flüssigkeit.

Mit pflanzlicher Margarine oder Öl sowie Gemüsebrühe oder Pflanzenmilch lässt sich die Mehlschwitze komplett vegan zubereiten.

Mehlschwitze ohne Mehl

Streng genommen gibt es keine Mehlschwitze ohne Mehl. Bei einer klassischen Mehlschwitze wird Mehl in Fett angeschwitzt – fehlt das Mehl, handelt es sich um eine andere Methode zum Binden.

Möchtest du eine Soße ohne Mehl andicken, eignet sich Speisestärke besonders gut. Verrühre für 500 ml Flüssigkeit zunächst 1-2 EL Speisestärke mit etwas kaltem Wasser oder einer anderen kalten Flüssigkeit. Gib die Mischung anschließend unter Rühren in die heiße Soße und lasse sie kurz aufkochen.

Eine weitere Möglichkeit für cremige Soßen ist Einkochen. Sahne oder Crème fraîche werden dabei so lange sanft gekocht, bis Flüssigkeit verdampft und die Soße dickflüssiger wird. Auch das ist jedoch keine Mehlschwitze.

Wenn du glutenfrei kochen möchtest, achte bei Stärke und allen weiteren Zutaten auf entsprechend gekennzeichnete glutenfreie Produkte.

Welche Flüssigkeit eignet sich für Mehlschwitze?

Welche Flüssigkeit du einrührst, entscheidet vor allem darüber, welche Einbrenne aus deinem Grundrezept entsteht.

FlüssigkeitGeeignet für
MilchBéchamelsauce, Käsesoßen, Aufläufe, cremiges Gemüse
GemüsebrüheGemüsesoßen, Suppen, Eintöpfe
Fleischfond oder BrüheBraten- und Fleischsoßen
Sahnebesonders cremige Rahmsoßen
Pflanzenmilchvegane helle Soßen
Wein + Brühe oder Fondaromatische helle oder dunkle Soßen

Wein würde ich nicht als einzige Flüssigkeit verwenden. In Kombination mit Brühe oder Fond lässt sich die Säure besser ausbalancieren und die Konsistenz einfacher steuern.

Helle, blonde oder braune Mehlschwitze?

Wie lange du Mehl und Fett anschwitzt, bestimmt Farbe, Aroma und Bindekraft. Die Zeitangaben sind dabei nur eine Orientierung – entscheidender sind Farbe und Geruch.

Helle Mehlschwitze

Das Mehl wird etwa 1-2 Minuten angeschwitzt und soll keine Farbe bekommen. Die Mehlschwitze schmeckt mild und eignet sich besonders für Béchamelsauce, Käsesoßen, helle Gemüsegerichte und cremige Suppen.

Blonde Mehlschwitze

Nach ungefähr 3-5 Minuten nimmt die Mischung eine goldgelbe Farbe an und beginnt leicht nussig zu duften. Sie ist besonders vielseitig und passt zu Gemüse-, Rahm- und milden Bratensoßen.

Braune Mehlschwitze

Für eine braune Mehlschwitze röstest du das Mehl unter ständigem Rühren weiter, bis es deutlich braun wird und nussig duftet. Das kann etwa 6-10 Minuten dauern.

Sie eignet sich für dunkle Braten-, Pilz- und kräftige Soßen. Je dunkler das Mehl geröstet wird, desto geringer wird allerdings seine Bindekraft. Für eine braune Mehlschwitze kann deshalb etwas mehr Mehl nötig sein.

Tipp: Bei längerer Röstzeit sind Butterschmalz oder neutrales Pflanzenöl unkomplizierter als normale Butter, da die Mehlschwitze etwas stärker erhitzt werden kann.

So wird Mehlschwitze klümpchenfrei

Klümpchen entstehen meistens beim Zugeben der Flüssigkeit. Mit diesen drei Schritten verhinderst du sie:

  1. Fett und Mehl zuerst vollständig zu einer glatten Paste verrühren.
  2. Anfangs nur wenig Flüssigkeit dazugeben und wieder vollständig glatt rühren.
  3. Erst dann nach und nach die restliche Flüssigkeit einarbeiten.

Ein Schneebesen ist dafür besonders praktisch. Am einfachsten funktioniert kalte Flüssigkeit mit einer noch warmen Mehlschwitze. Die Temperatur allein entscheidet aber nicht über das Gelingen – portionsweises Eingießen und gründliches Rühren sind wichtiger.

Mehlschwitze retten: die häufigsten Probleme

Wofür kann ich Mehlschwitze verwenden?

Eine helle Mehlschwitze ist die Basis zahlreicher cremiger Soßen und Gerichte. Besonders gut eignet sie sich für Béchamelsauce, Käsesoße, Senfsoße, Rahmsoßen, Gemüse in heller Soße, Suppen und Aufläufe.

Mit Brühe oder Fond kannst du daraus herzhafte Soßen herstellen. Röstest du die Mehlschwitze vorher stärker an, eignet sie sich auch für dunkle Braten- und Pilzsoßen.

Mehlschwitze vorbereiten und aufbewahren

Du kannst die reine Mischung aus Fett und Mehl auch vorbereiten und erst später mit Flüssigkeit weiterverarbeiten.

Lass die Mehlschwitze dafür vollständig auskühlen und fülle sie luftdicht ab. Im Kühlschrank kannst du sie einige Tage aufbewahren. Für einen größeren Vorrat lässt sie sich portionsweise einfrieren.

Praktisch sind kleine Portionen, die du später nach Bedarf zum Binden verwenden kannst.

Häufige Fragen zur Mehlschwitze

Wie viel Mehlschwitze brauche ich für 1 Liter Flüssigkeit?

Für eine mittlere Bindung verwendest du etwa 60 g Fett und 60 g Mehl auf 1 Liter Flüssigkeit. Für eine leichte Bindung reichen etwa 40/40 g, während du für eine sehr kräftige Bindung bis zu 100/100 g verwenden kannst.

Welches Mehl eignet sich für Mehlschwitze?

Weizenmehl Type 405 ist der unkomplizierte Klassiker. Auch Dinkelmehl Type 630 lässt sich gut verwenden. Vollkornmehl funktioniert ebenfalls, verändert aber Farbe, Geschmack und Textur der fertigen Soße.

Muss die Flüssigkeit für Mehlschwitze kalt sein?

Nein. Kalte Flüssigkeit zu einer warmen Mehlschwitze ist eine besonders einfache Methode. Entscheidend ist vor allem, die Flüssigkeit zunächst nur in kleinen Portionen einzurühren und die Mischung jedes Mal wieder vollständig glatt zu rühren.

Was ist der Unterschied zwischen Mehlschwitze und Speisestärke?

Für eine Mehlschwitze wird Mehl zuerst in Fett angeschwitzt. Dadurch bekommt die Soße eine cremige, eher deckende Konsistenz und je nach Röstgrad zusätzliches Aroma. Speisestärke wird dagegen normalerweise mit kalter Flüssigkeit angerührt und erst am Ende in die heiße Soße gegeben. Dafür brauchst du kein zusätzliches Fett und erhältst keinen Röstgeschmack.

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