Wann ein Mineralwasser viel Magnesium enthält, steht in der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung. Laut Anlage 6 (zu § 9 Abs. 3) darf Mineralwasser nur als (besonders) magnesiumhaltig gekennzeichnet und beworben werden, wenn der Magnesiumgehalt mehr als 50 mg/l beträgt. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie die 27 Spitzenreiter auf dem Mineralwassermarkt, die alle sogar über 75 mg Magnesium enthalten. Danach folgen notwendige Informationen.

Übersicht

HandelsmarkeProduktvariante/BemerkungenMagnesium mg/l
real Quality¹Classic Medium75
real Quality¹Classic Medium Still real77
Rohrauer¹Sprudel Medium Still77
GemmingerNaturell77,2
Brohler¹Classic80
Löwensprudel¹ 80
Badoitaus Frankreich, wird nicht in Deutschland geprüft80
Teusser¹ 82
real Tip Natürliches Mineralwasser¹Classic Medium Still82
Bella Fontanisclassic medium naturelle82,6
Graf Metternich¹classic medium naturelle84
Johanniter¹ 86
Gänsefurther¹Classic89
Aspacher Klosterquelle¹Classic Medium89,9
Markgrafen¹ 94
Caldener¹Medium Sanft Spritzig95
Haller Sportquelle 95
Rosbacher¹Klassisch Medium101
Gerolsteiner¹Sprudel Medium108
Apollinaris¹Classic Medium120
Kloster St. Josef¹Extra still122
Wilhelmsthaler¹Medium Spritzig124
Tönissteiner¹Classic Medium Mild129
Rhodius¹classic151
Eifeltaler¹ 194
Dreiser¹Sprudel195
Nürburg Quelle¹classic241

¹ Quelle: Der Mineralrechner

Wer braucht (viel) Magnesium im Wasser?

Magnesium muss von außen zugeführt werden, da unser Körper es nicht selbst herstellen kann.

Die letzten Übersichtswerte über die Magnesiumversorgung der Deutschen stammen aus der Nationalen Verzehrsstudie II und haben ergeben, dass 26 % der Männer und 29 % der Frauen die empfohlene tägliche Zufuhr von Magnesium nicht erreichen. In der Gruppe der 14-18-jährigen Frauen nahmen erschreckende 56 % zu wenig Magnesium zu sich. Schon wenn man von den Durchschnitts-Normalwerten ausgeht, waren zur Zeit der Erhebung der Studie also ein Drittel bis über die Hälfte der Deutschen mit Magnesium unterversorgt. Zudem hat sich die Ernährung seitdem nicht grundlegend verändert.

Aber auch das ist sehr häufig nicht ausreichend. Die Nährstoffbedarf-Angaben der DGE werden meist missverstanden. Es handelt sich um Werte für gesunde Durchschnittsmenschen, die ein durchschnittlich aktives Leben ohne außergewöhnliche Belastungen und Stress führen und sich normal gesund ernähren. Empfehlungen lassen sich anders nicht sinnvoll erstellen, aber Lebensführung und Ernährung sind heute sehr individuell und das Leben zeichnet sich erfahrungsgemäß bei den meisten Menschen auch nicht gerade durch Langweile bis Stressfreiheit aus. Der von der DGE zugrunde gelegte Durchschnittsmensch ist deshalb im wirklichen Leben recht selten, und im Fall von Magnesium führen die meisten Abweichungen vom Durchschnitt zu einem Mehrbedarf. Mehr als die für den Durchschnitts-Erwachsenen empfohlene Magnesium-Menge nehmen zum Beispiel folgende Personengruppen häufig und mit Gewinn zu sich:

  • Sportler
  • Menschen, die hart und körperlich arbeiten
  • Wein-Sommeliers und andere Menschen, die (beruflich) dauernd viel Alkohol zu sich nehmen
  • Menschen mit allergie-, sensitivitäts-, medikamentenbedingten Aufnahmestörungen im Magen-Darm-Trakt
  • (Zu) Schlanke, Menschen auf Dauerdiät, Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen häufig Fastenkuren durchführen oder ständig in Intervallen fasten
  • Menschen, die oft Diuretika (Entwässerungmedikamente oder -tees) zu sich nehmen oder ständig viel schwitzen
  • Menschen mit einem sehr stressigen Leben, selbst wenn es sich meist um positiven Stress handelt

Wenn Sie keinen Sonderbedarf feststellen können, müssen Sie immer noch dafür sorgen, dass Sie täglich das Minimum von 300 bis 400 mg zu sich nehmen. Ob Sie zum unterversorgten Teil der Bevölkerung gehören, der von einem Mineralwasser mit viel Magnesium profitiert, lässt sich zunächst anhand der Ernährung abschätzen:

  • Ein 25-jähriger Mann braucht mindestens 400 mg Magnesium
    • Die sind enthalten in 73 g Kakaopuver, 83 g Weizenkleie, 105 g Paranüssen
    • Oder 219 g Studentenfutter mit Erdnüssen, 330 g Haferflocken, 344 g Hülsenfrüchte
    • Oder 400 g Senf, Müsli, Algen
  • Und nun kommen erst die „normalen Lebensmittel“ – Magnesium-Versorgung über Kartoffelchips klappt auch, aber nur mit 6,25 Tüten täglich …
  • Wenn der 25-jährige nichts davon täglich zu sich nimmt (oder wegen Sport, Stress etc. mehr braucht), ist eine Unterversorgung wahrscheinlich

Wenn es ernsthafte Anzeichen für eine Magnesium-Unterversorgung gibt, sollte der Hausarzt ohnehin die Magnesium-Werte per Blutuntersuchung überprüfen. Je nachdem, wie tief die Werte sind, hat er andere Magnesiumquellen als Mineralwasser mit viel Magnesium auf Lager. Ob er das zusätzlich empfiehlt, hängt von der Situation ab.

Außerdem gilt für jedes Mineralwasser mit viel Magnesium:

Magnesium ist nur einer von vielen Mineralstoffen

Die Tabelle enthält viele Mineralwässer, von denen Sie vielleicht noch nie etwas gehört haben, und sie enthält diese Mineralwässer aus gutem Grund. Im Artikel „Natriumarmes Mineralwasser“ wurde erklärt, wie und warum Mineralwasser mit Mineralstoffen zu einer Art Mangelware wurde. Viel Magnesium ist aber nur in „echten Mineralwässern“, die so heißen, weil sie viele Mineralstoffe enthalten, genau deswegen werden sie auch seit Urzeiten getrunken.

Wobei es ernährungsphysiologisch durchaus Sinn macht, dass die Menschen und Tiere schon damals lieber aus der Quelle als aus dem schlammigen Fluss schlürften.

Mineralwässer entstehen, indem Regen auf mehr oder weniger langen und verschlungenen Wegen versickert. Klassische Mineralwässer durchsickern die Tiefen mineralreicher Böden und Felsen und bringen viele Mineralstoffe mit an die Oberfläche, die durstige Menschen und Tiere instinktiv gerne zu sich nehmen, weil sie sie dringend brauchen.

Zu den etwa 40 essentiellen Nährstoffen, die der Mensch mit der Nahrung zu sich nehmen muss, weil der Körper sie nicht selbst bilden kann, gehören mindestens 21 Mineralstoffe, und 16 davon sind in natürlichen Mineralwässern enthalten, hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten:

  • Calcium: festigt Knochen und Zähne, ist wichtig für die Erregbarkeit von Nerven und Zellen, beugt Osteoporose vor
  • Chlorid: sorgt für Transport der Nährstoffe in die Zellen, wichtig für Regulierung Wasserhaushalt + Säure-Basen-Haushalt, Nervenleitung, Herzrhythmus
  • Hydrogenkarbonat: bewahrt das Säure-Basen-Gleichgewicht, fördert die Magen-Darm-Tätigkeit und Fettstoffwechsel, gut gegen Übersäuerung, Sodbrennen, Gicht, Harn-Nierensteine
    • Mehr zur ausgleichenden Wirkung des Hydrogenkarbonat auch bei zu hohem Kochsalz-Verzehr siehe Artikel „Natriumarmes Mineralwasser“
  • Kalium: hält den Wasserhaushalt im Gleichgewicht, reguliert die Herz- und Muskeltätigkeit, entspannt Muskeln und Nerven und regt die Nierentätigkeit an
  • Magnesium: wurde oben schon beschrieben, gehört aber unbedingt zu den wichtigsten Mineralstoffen
  • Natrium: reguliert den Flüssigkeitshaushalt, aktiviert Nerven und Muskeltätigkeit; sehr wichtig zum Beispiel für Sportler und andere Vielschwitzer
  • Sulfat: ist natürlicher Schwefel und für viele Körperfunktionen wichtig: Leber – Entgiftung, Galle und Bauchspeicheldrüse, gesunde Darmaktivität (wirkt ab 1,2 g/l ev. leicht abführend), Aufbau Eiweiß- und Knorpelsubstanz, Blut-Fließfähigkeit

Ein gut mineralisiertes Mineralwasser kann deshalb über Magnesium hinaus sehr bei einer gesunden Mineralstoffversorgung helfen. Unter anderem auch deswegen, weil in Wasser gelöste Mineralstoffe vom Körper besonders gut und schnell aufgenommen werden. Allerdings ist auch bei Mineralstoffen eine Überversorgung möglich (mit Mineralwasser wohl kaum zu schaffen; wenn Mineralstoffe über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, mitunter recht schnell). Sie sollten sich also schon etwas über die Versorgung des Körpers mit Magnesium und anderen Mineralstoffen informieren, wenn die Gesundheit vom „Mineralwasser mit viel Magnesium“ optimal profitieren soll.

Quellen:
https://www.gesetze-im-internet.de/min_tafelwv/Min_TafelWV.pdf
https://www.apotheken-umschau.de/laborwerte/magnesium
https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/magnesium/
https://www.bmel.de

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