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Mogelpackung Milky Way: 5 statt 9 Riegel - und heimlich 38 Prozent teurer

Das Wichtigste zuerst

Der beliebte Multipack wirkt im Regal plötzlich günstiger. Tatsächlich zahlst Du pro Kilo deutlich mehr - die Verbraucherzentrale Hamburg kürt Milky Way zur Mogelpackung des Monats.

Wer im Supermarkt zum Milky Way Multipack greift, freut sich vielleicht über den gesunkenen Preis – und zahlt am Ende trotzdem drauf. Der Süßwarenkonzern Mars hat die Packung kräftig geschrumpft: Statt neun Riegeln stecken nur noch fünf drin. Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) hat den Klassiker deshalb zur „Mogelpackung des Monats“ Juli 2026 erklärt. Wir erklären Dir, was dahintersteckt – und warum die Verkleinerung beim Milky Way fast schon Tradition hat.

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Weniger drin, mehr bezahlt

Die Rechnung ist ärgerlich simpel. Bisher enthielt der Multipack neun Riegel à 21,5 Gramm, also 193,5 Gramm. Jetzt sind es nur noch fünf Riegel mit zusammen 107,5 Gramm – ein Minus von fast 45 Prozent. Der Verkaufspreis sinkt zwar meist von 2,99 auf 2,29 Euro. Doch pro Kilo klettert der Preis dadurch von rund 15,45 auf 21,30 Euro. Unterm Strich steht laut VZHH eine versteckte Preiserhöhung von etwa 38 Prozent. Auffällig ist das im Laden kaum, weil die alte Packung meist schon ausverkauft ist und der direkte Vergleich fehlt.

Mars nennt Kosten – die Verbraucherschützer widersprechen

Mars begründet die kleinere Menge mit „Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Energie“ sowie Investitionen in Produktentwicklung und nachhaltige Lieferketten. Die Verbraucherzentrale überzeugt das nicht. Ihr Argument: Der Kakaopreis ist zuletzt deutlich gesunken, und an Rezeptur wie Nährwerten hat sich laut Verpackung nichts geändert. Auch Bounty trifft es – der Multipack schrumpft von neun auf acht Riegel und wird rund 27 Prozent teurer. Und Milky Way ist kein Einzelfall: Kein Hersteller taucht so oft auf der Mogelpackungsliste auf wie Mars. Seit 2020 hat die VZHH mindestens 29 Fälle von Shrinkflation dokumentiert – mehr als bei Nestlé oder Mondelez.

Vom Milchshake zur Milchstraße

Dabei ist Milky Way ein echter Oldie. Erfunden hat ihn 1923 der US-Unternehmer Frank C. Mars – er gilt als erster gefüllter Schokoriegel der Welt. Seinen Namen verdankt er einem damals populären Malz-Milchshake, dessen Geschmack er nachahmte; das Bild der Milchstraße passte ohnehin zur luftig-leichten Füllung. Berühmt wurde der Riegel mit dem Werbespruch „So locker und leicht, der schwimmt sogar in Milch.“ Tatsächlich hat ein Milky Way eine geringere Dichte als Milch – im Glas geht er also wirklich nicht unter. In Deutschland gibt es ihn seit 1961; hergestellt wird er bei der Mars GmbH im niederrheinischen Viersen. Kurioses am Rande: Der Milky Way, den wir kennen, heißt in den USA gar nicht so. Dort entspricht unser Riegel dem „3 Musketeers“ – während der amerikanische „Milky Way“ mit seiner Karamellschicht eher unserem Mars gleicht. Auch die Rezeptur wurde über die Jahrzehnte mehrfach angepasst, zuletzt 2010, als der Fettanteil sank. Und die Verkleinerung? Die hat ebenfalls Tradition: Wog ein einzelner Riegel früher rund 26 Gramm, sind es heute nur noch 21,5.

So läuft das Geschäft mit dem Riegel

Wie viel Mars mit Milky Way genau umsetzt, verrät der Konzern nicht – als Familienunternehmen legt er keine Einzelzahlen offen. Klar ist aber: Das Geschäft brummt. Von Januar bis Oktober 2025 stieg der Umsatz von Mars mit Schokolade in Deutschland laut NielsenIQ-Daten um elf Prozent, der Absatz um 2,6 Prozent. Mars war damit der einzige der zehn größten Hersteller mit einem Mengenplus, während Ferrero, Mondelez, Lindt, Storck und Nestlé Rückgänge verbuchten (Quelle: Lebensmittelzeitung). Zum Einordnen: In Deutschland werden pro Jahr rund 8,2 Milliarden Euro mit Schokolade umgesetzt, gut 98 Euro pro Kopf. Weltweit ist Mars laut Lebensmittelzeitung der zweitgrößte Süßwarenkonzern — hinter Mondelez, aber vor Nestlé. Beliebt ist der Riegel obendrein: Laut der Verbrauchsstudie VuMA haben gut acht Prozent der Menschen ab 14 Jahren in den vergangenen vier Wochen einen Milky Way gegessen. Dass es nun teurer wird, hatte sich angekündigt – Deutschlandchef Carsten Simon erklärte Ende 2025, man habe „Preissteigerungen mit Augenmaß weitergegeben“: Die Ladenpreise für Mars-Produkte seien zuletzt nur um gut acht Prozent gestiegen, während Schokolade insgesamt rund 16 Prozent teurer wurde. Für 2026 stellte er dennoch höhere Preise und kleinere Packungen in Aussicht.

Was Du beim Einkauf tun kannst

Der beste Schutz vor Mogelpackungen ist der Blick aufs Kleingedruckte: Nicht der Packungspreis zählt, sondern der Grundpreis pro Kilo auf dem Regaletikett. So erkennst Du auf einen Blick, ob ein vermeintliches Schnäppchen in Wahrheit eine Preiserhöhung ist. Und wenn Dir selbst eine Luftpackung auffällt, kannst Du sie der Verbraucherzentrale Hamburg melden.

Quellen

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