Auf den Punkt gebracht:

  • in Maniokknollen kann Blausäure entstehen
  • der Rohverzehr der Knolle ist immer giftig!
  • „Ausgasen“ der Giftstoffe an der Luft, im Ofen oder Wasser
  • je süßer die Sorte, desto weniger gefährlich
  • Blätter können roh als Salat verzehrt werden

Was ist Maniok?

Maniok wächst vorwiegend in Afrika, Lateinamerika und Asien und zählt zu der Gattung der Wolfsmilchgewächse. Maniok zählt dort zu den Grundnahrungsmitteln und ist, ähnlich wie die Kartoffel bei uns, regelmäßiger Bestandteil der Speisekarte. Die Wurzelknolle enthält doppelt so viel Stärke wie Kartoffeln und außerdem wichtige Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Eisen, Calcium, Kalium und Phosphor. Maniok hat eine rotbraune Schale und eine weiße Wurzelknolle. Ihren Geschmack kannst du dir neutral bis süßlich vorstellen.

Maniok

Video-Tipp

Maniok und Blausäure

Die Maniok-Pflanze wird bis zu 5 m hoch. Essbar sind nur die unterirdischen Knollen, in manchen Kulturen werden auch die Blätter roh verzehrt oder an Tiere verfüttert. Roh verzehrt ist Maniok giftig, da die Knolle Blausäure enthält. Durch Erhitzen wird die Blausäure jedoch zerstört.

Eine Blausäuren-Vergiftung kann Schäden am Bewegungsapparat oder am Sehnerv verursachen, ihre toxische Wirkung verfliegt an der Luft oder im Wasser nach 6-8 Stunden.

Lagerung und Transport

Du kannst Maniok roh nicht lange lagern, daher musst du die Knolle sofort nach der Ernte zubereiten. Für den Transport wird Maniok meistens gefroren, zu Mehl zerstoßen oder mit Wachs überzogen. Mittlerweile findet man die Maniok Knolle auch in ab und zu in unseren Supermärkten. Super, denn frische Maniok-Pommes aus dem Ofen sind eine Spezialität!

Maniok zubereiten

Und so bereitest du Maniok richtig zu:

  1. Wurzelknolle zuerst schälen und waschen

Hinweis: Trage dabei lieber Küchenhandschuhe, da die austretende Milch sehr klebrig ist.

  1. Maniok schneiden oder Raspeln
  2. Kochen, rösten oder dämpfen
  3. nach Bedarf zu Brei stampfen, in Butter braten oder trocknen lassen und zu Mehl verarbeiten
Maniok schälen

Schon gewusst?

Getrocknet und gemahlen ergibt die Wurzel die so genannte Tapiokastärke. Diese kennst du vielleicht aus den kleinen Perlen im Bubble Tea.

Du kannst Maniok zu leckeren Maniok-Pommes frittieren, das Mehl zu Fladen backen, deine Soßen und Suppen mit dem Maniokbrei sämiger machen oder die Scheiben in Butter ausbraten – deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Die tolle Tropenknolle

Du findest es seltsam, dass man freiwillig eine grundsätzlich hochgiftige Pflanze verzehrt? Ist Maniok die Mühe wert?

Wenn du den Eigengeschmack betrachtest: Nein. Maniok hat weder die Süße von Süßkartoffeln noch die kräftige Stärke klassischer Erdäpfel. Allerdings fehlt der Knolle auch etwas anderes: Gluten! Wer sich glutenfrei ernähren muss, für den ist Maniok oder das daraus gewonnene Tapioka eine hervorragende Alternative.

Der geringe Eigenschmack ist hilfreich für deine Rezepte – du kannst mit Maniok alle Gewürze zubereiten, ohne dass du auf eine Geschmacksrichtung Rücksicht nehmen musst. Wenn du Maniok im Ofen zubereitest und langsam rösten lässt, dann bleiben auch die meisten Vitamine und Nährstoffe erhalten.

Maniok Pommes
Maniok Pommes werden durch die viele Stärke besonders knusprig.

Für Besseresser-Besserwisser:

Niemand weiß mehr, wie Maniok als Nutzpflanze entdeckt wurde. Fakt ist: Es gibt sie nicht unkultiviert! Die Maniokpflanze gibt es nur als im künstlichen Anbau, dafür aber überall auf der Welt, wo es tropisch genug ist.