Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht:

  • roter Farbstoff für Lebensmittel und Kosmetik
  • aus Cochenilleschildläusen gewonnen
  • kann allergische Reaktionen auslösen
  • einfacher Ersatz durch pflanzliche oder synthetische Alternativen

Woher kommt Karmin?

Karmin gilt als einer der ältesten Farbstoffe der Welt. Bereits in der Steinzeit soll er verwendet worden sein. Aber wo kommt er eigentlich her und wie kann man ihn kaufen? Wir klären dich auf.

Herkunft, Saison und Einkauf

Karmin, auch echtes Karmin genannt, ist ein natürlicher, roter Farbstoff. Er wird aus trächtigen weiblichen Cochenilleschildläusen gewonnen. Der derzeit größte Produzent für diese Läuse ist Peru. Für die Karmin-Gewinnung werden die Läuse eigens gezüchtet. Anschließend werden sie

  • gewaschen
  • gekocht
  • getrocknet
  • zerdrückt

Dabei entstehen scharlach- bis karminrote oder purpurrote Farbtöne, die dann als Farbstoff für Lebensmittel und Kosmetika eingesetzt werden. Ein Kilogramm getrocknete Cochenilleschildläuse ergibt jedoch gerade einmal 50 Gramm Karmin. Der Farbstoff ist daher relativ teuer und auch eher nur in hochpreisigeren Lebensmitteln zu finden. Man kann das Pulver auch selbst ganzjährig online kaufen – entweder als Pulver oder in Form getrockneter Läuse, die man dann selbst zerdrücken kann.

Alle wesentlichen Informationen zu Karmin erhältst du hier in unserer Infografik.

Karmin Infografik

Wie gesund ist Karmin?

Karmin ist ein reines, tierisches Produkt. Bei seiner Gewinnung werden keine Chemikalien genutzt. Der Hauptbestandteil des Farbstoffes ist die Karminsäure. Karmin ist offiziell als Lebensmittelfarbstoff E 120 zugelassen. Heute wird es jedoch nur noch selten für das Färben von Lebensmitteln verwendet. Der Verzehr solcher Lebensmittel führt nämlich gelegentlich zu allergischen Reaktionen wie

  • Hautausschlag
  • Atembeschwerden und Asthma
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • anaphylaktischer Schock

Besonders anfällig sind Personen, die auf Aspirin, Benzoe- oder Salicylsäure allergisch sind oder bereits an Asthma erkrankt sind. Sie sollten Karmin besser meiden. Alle anderen Menschen können den Lebensmittelfarbstoff grundsätzlich essen. Allerdings soll man laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit eine Tagesmenge von 2,5 Milligramm Karminsäure pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten. Nennenswerte gesundheitliche Vorteile hat Karmin nicht, es wird lediglich aus optischen Gründen eingesetzt.

Wie kocht man mit Karmin?

Weil Karmin Lebensmitteln aber so eine schöne Farbe verleiht, möchten einige Menschen trotzdem mit dem Farbstoff kochen. Wie aber geht das und gibt es auch rote Alternativen?

Geschmack

Karmin ist geschmackneutral. Es sollte aber nicht roh verzehrt werden.

Zubereitung

Karmin ist sehr ergiebig. Bereits kleine Mengen reichen aus, um Dinge intensiv rot zu färben. Am besten gibt man ihn in Flüssigkeiten. Der Farbstoff ist sowohl licht- als auch hitze- und fruchtsäurebeständig. Aufgrund dieser Eigenschaften wird der Farbstoff vorwiegend in der industriellen Herstellung verwendet. In der herkömmlichen Küche verwendet man Karmin eher selten. Es kann aber sein, dass du schon einmal mit einem Lebensmittel gekocht hast, das den roten Farbstoff enthält. Darunter fallen etwa einige Sorten von:

  • Marmeladen, Konfitüren
  • Limonaden, alkoholische Getränke z.B. Aperol
  • Fleisch- und Wurstprodukte
  • Süßwaren und Fruchtgummi
  • roter Tortenguss
  • Dekoration zum Backen
  • Desserts wie rote Grütze
  • essbare Rinde von Käse und Wurst
  • eingelegte Kirschen und Obstsalate, in denen Kirschen enthalten sind
  • tiefgekühlte Torten
  • Frucht-Joghurt
  • Frühstücksgetreideprodukte mit Fruchtgeschmack
  • Ketchup

Beilagen-Empfehlungen und Alternativen

Es möchte aber natürlich nicht jeder einen Farbstoff essen, der aus Läusen gewonnen wird. Das ist aber kein Problem, schließlich gibt es zahlreiche Alternativen. So gibt es zum Beispiel die synthetisch erzeugten Stoffe Amaranth (Zulassungsnummer E 123) oder Cochenillerot A (Zulassungsnummer E 124). Diese ahmen das echte Karmin nach und ersetzen es immer häufiger in der industriellen Lebensmittelproduktion. Jedoch sind auch hier nicht alle Alternativen unbedenklich. Litholrubin BK wird zum Beispiel nicht unbedingt empfohlen. Zuhause kreierst du rote Farbe am einfachsten durch den Saft von

  • Johannisbeeren
  • Holunderbeerensaft
  • Aroniabeeren
  • Himbeeren
  • Rote Beete
  • Rotkohl
  • Alkannawurzel (Schminkwurz)

Diese Alternativen sprechen dich schon eher an? Dann schau doch hier in unseren Rezepten, wie du aus ihnen ein leckeres rotes Gericht zauberst.

Wie lagert man Karmin?

Wie alle Pulver sollte man Karmin kühl und trocken lagern. Direkte Sonneinstrahlung solltest du vermeiden. Dann ist das Pulver ungeöffnet mindestens ein Jahr haltbar.

FAQ

Gibt es einen Unterschied zwischen Karmin und Karmesin?

Nein, es handelt sich dabei um dasselbe Produkt. Es wird lediglich eine andere Bezeichnung gewählt. Weitere Bezeichnungen des Farbstoffs sind Carmine, Cochenille, Koschenille, Cochineal oder Karmin Säure. Diese Begriffe bezeichnen jedoch eigentlich verschiedene Stoffe.  Im kosmetischen Bereich dominiert die Bezeichnung CI 75470. Teilweise wird der Begriff Karmin auch zur Beschreibung aller aus roten Läusen gewonnen Farbstoffen verwendet.

Kann ich den Farbstoff erkennen?

Mit dem bloßen Auge ist der Farbstoff nicht eindeutig zu erkennen. Denn nicht immer leuchtet er im typischen Rot, teilweise erscheint er auch rosa oder lila. In Shampoo ist er sogar gar nicht zu erkennen. Die einzige Möglichkeit Karmin ausfindig zu machen, ist durch das Studieren der Inhaltsstoffe.

Alle als vegan gekennzeichneten Produkte sind ohne Karmin – oder?

Leider nein. Manchmal enthalten Lebensmittel Karmin ohne darauf hinzuweisen. Vor einigen Jahren wurde etwa ein beliebtes „veganes“ Getränk von Starbucks mit diesem Farbstoff hergestellt. Achte deshalb immer auf offiziell anerkannte Vegan-Siegel und wirf am besten selbst immer noch einen Blick auf die Inhaltsstoffe.

Quellen

Rezeptideen & Wissen satt