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Auf den Punkt gebracht:

  • entsteht bei zu viel Harnsäure im Blut
  • stark purinhaltige Lebensmittel reduzieren bzw. vermeiden
  • besonders Innereien, fettiges Fleisch & Wurst, Meeresfrüchte und Alkohol streichen
  • hauptsächlich purinarme Lebensmittel verzehren
  • ausgewähltes Obst, Gemüse und fettarme Milchprodukte gut geeignet

„Wohlstandskrankheit“ Gicht

Gicht zählt zu den Stoffwechselerkrankungen. Sie entsteht, wenn sich zu viel Harnsäure im Blut sammelt und sich diese an unterschiedlichen Stellen im Körper ablagert. Davon sind besonders Gelenke, Sehnen, Schleimbeutel und Knorpel betroffen. Die Folgen sind entzündete Gelenke, sichtbare Schwellungen und starke Schmerzen an Händen, Füßen, Kniegelenken und Ellenbogen. Ausgelöst wird Gicht durch eine einseitige und purinhaltige Ernährungsweise in Verbindung mit zu wenig Bewegung. Deshalb wird in diesem Zusammenhang auch von „Wohlstandskrankheit“ gesprochen. In den meisten Fällen tritt sie daher zusammen mit anderen Krankheiten wie Diabetes, erhöhtem Cholesterin oder Übergewicht auf. Um Gicht erfolgreich zu verhindern bzw. zu bekämpfen ist es wichtig die Ausschüttung von Entzündungsauslösern zu verhindern. Mediziner raten deshalb zu einer vitamin- und mineralstoffreichen Ernährung. Auf dem Speiseplan sollten deshalb purinarme Lebensmittel stehen.

Hinweis: Dieser Artikel ist rein informativ und ersetzt keine medizinische Diagnose, Behandlung oder Therapie!

Purinarme Lebensmittel bei Gicht

Auf welche Lebensmittel du bei einer purinarmen Ernährungsweise zurückgreifen kannst, zeigen wir dir hier.

Gemüse

Bei einer vitamin-und mineralstoffreiche Ernährungsweise darf ausreichend Gemüse natürlich nicht fehlen. Auch abseits von einem Gichtleiden sollte jeder von uns täglich mehrere Portionen vom gesunden „Grün“ zu sich nehmen. Bei Gicht spielt besonders Vitamin C eine wichtige Rolle. Dem Vitamin wird nachgesagt, die Harnsäurewerte im Blut zu senken. Folgende Gemüsesorten sind purinarme Lebensmittel und deshalb zu empfehlen:

  1. Paprika
  2. Tomaten
  3. Pastinaken
  4. Kohlrabi
  5. Kürbis
  6. Gurken
  7. Salate (besonders solche mit Bitterstoffen wie Rucola)
  8. Kartoffeln

Obst

Ob zum Frühstück, als kleine Mahlzeit zwischendurch oder als Dessert – Obst schmeckt doch immer. Die folgenden Sorten sind besonders purinarm und können daher bei Gicht auch bedenkenlos verzehrt werden:

  1. Äpfel
  2. Pflaumen
  3. Pfirsiche
  4. Aprikosen
  5. Beeren
Purinarmes Lebensmittel: Erdbeeren

Milchprodukte

Freie Auswahl! Milchprodukte können bei Gicht gut und gerne verzehrt werden. Zumindest die fettarmen Produkte. Je weniger Fett im Milchprodukt steckt, desto weniger Purin enthält es. Bediene dich deshalb reichlich bei den (light) Lebensmitteln von unserer Liste:

  1. Milch
  2. Naturjoghurt
  3. Quark
  4. Frischkäse
  5. Kefir
  6. Schnittkäse
  7. Mozzarella
  8. Feta
Mozzarella gehört zu den purinarmen Lebensmitteln

Fette & Öle

Gesunde Fette sollten in jeder Ernährungsweise ausreichend abgedeckt werden. Sie sind besonders für einen optimalen Hormonhaushalt essenziell. Da einige Lebensmittel mit guten Fetten auf der Verbotsliste bei Gicht stehen, ist es wichtig diese anderweitig zu decken. Folgende Öle und Nüsse sind als Fettquellen empfehlenswert:

  1. Olivenöl
  2. Leinöl
  3. Weizenkeimöl
  4. Nüsse

Und sonst so?

Natürlich musst du nicht den ganzen Tag am Salatblatt knabbern. Du musst auch den fettarmen Quark nicht pur essen! Etliche Sättigungsbeilagen sind auch in einer purinarmen Ernährung erlaubt:

  1. Eier
  2. (Vollkorn-)brot
  3. (Vollkorn-)nudeln
  4. (Vollkorn-)reis
  5. Haferflocken
  6. Bulgur
  7. Quinoa
  8. Amaranth
  9. Couscous
  10. Glasnudeln

Tipp: Purinarme Ernährung kann super abwechslungsreich und lecker sein! Probiere doch mal unsere vegetarische Kürbislasagne mit Béchamelsauce oder einen frischen Auberginensalat mit Feta und Rucola.

Verbotsliste bei Gicht

In allen Zellen und somit auch in Lebensmitteln ist Purin enthalten – allerdings in unterschiedlich hoher Konzentration. Welche Lebensmittel auf der Verbotsliste bei Gicht stehen und welche Gründe dahinter stecken, erfährst du hier:

Verarbeitete Fleischerzeugnisse

Tierische Proteine aus verarbeiten Fleischerzeugnissen zählen zu den kritischen Lebensmitteln, wenn es um Gicht geht. Das hat auch seinen guten Grund! Denn sie senken den pH-Wert von Blut und Harn. Folglich kristallisiert die Harnsäure schneller und lagert sich dann im Körper ab. Folgende Fleisch- & Wurstwaren sollten daher selten und nur im richtigen Verhältnis mit basischen Lebensmitteln, wie Gemüse, verzehrt werden:

  1. Innereien (Leber, Niere, Herz etc.)
  2. Fettiges Geflügel mit Haut (Hühnerkeule, Hühnerschenkel, Ente, Gans)
  3. Tierische Fette (Schweineschmalz, Gänseschmalz, Butterschmalz)

Achte bei der Auswahl auf eine qualitative Hochwertigkeit der Produkte. Je weniger verarbeitet, desto besser. Tierische Fette sind zum Anbraten in kleinen Mengen okay. Auf fettiges Fleisch und fettige Wurst wie Speck, Schweinsbraten und Haxe, Leberkäse, Jagdwurst, Leberwurst, Bratwurst, Salami etc. solltest du aber verzichten.

Tipp: Als einfache Faustregel gilt hier: Auf 100 g Fleisch kommen 200 g Gemüse.

Meeresfrüchte & Schalentiere

Viele Fische und Meeresfrüchte sind dank ihrer wertigen Omega 3 Fettsäuren ein fester Bestandteil einer gesunden und ausgewogenen Küche. Bei Gicht sieht das jedoch anders aus, da viele Sorten einen hohen Anteil an Purin aufweisen, sollten auch sie eher selten und nur in Verbindung mit ausreichend basischen Lebensmitteln konsumiert werden.

  1. Makrele
  2. Sardellen
  3. Sardinen
  4. Lachs
  5. Muscheln

Tipp: Als Faustregel gilt hier: Auf 100 g Fisch kommen 150 g Gemüse.

Lachs steht auf der Verbotsliste bei Gicht

Fruktose

Auch um Fruktose sollten Gichtpatienten einen Bogen machen. Leichter gesagt als getan, denn nicht selten ist die in Lebensmittel nahezu versteckt. Werden zu große Mengen davon verzehrt, kann sie dazu führen, dass im Körper verstärkt Purin gebildet wird und die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren eingeschränkt wird. Folgende Fruktosefallen sollten dir deshalb bekannt sein:

  1. Gesüßter Joghurt, Quark, Pudding
  2. Eis
  3. Müsliriegel
  4. Smoothies
  5. Süßigkeiten
  6. Backwaren
  7. Softdrinks
  8. Fertiggerichte
  9. Halb getrocknete Früchte & Trockenobst

Alkohol

Dass Alkohol für die Gesundheit nicht förderlich ist, ist schon lange keine Neuigkeit mehr. Deshalb dürfte es nicht überraschen, dass er auch bei Gicht eher zu unerwünschten Folgen beiträgt. Zum einen fördert er die Freisetzung von Purinen im Körper. Zum anderen senkt er die Funktion unserer Nieren, weshalb die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren nicht im erforderlichen Maße stattfinden kann. Folglich setzen sich Harnsäurekristalle vermehrt im Körper ab. Ein Verzicht sollte deshalb unbedingt angestrebt werden bei:

  1. Bier (auch alkoholfreies Bier)
  2. Spirituosen

In Maßen erlaubt

Einige Lebensmittel müssen hingegen nach den aktuellsten Ansichten nicht komplett gestrichen werden. Jedoch wird davon abgeraten, sie wegen ihres moderaten Purin-Gehaltes nur dann zu konsumieren, wenn der Harnsäuregehalt bereits auf ein gesundes Maß gesenkt wurde. Diese Lebensmittel dürfen dann hin und wieder auf dem Teller landen:

  1. Geflügel ohne Haut
  2. Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Sojabohnen)
  3. Spargel
  4. Spinat
  5. Kohl
  6. Brokkoli
  7. Zuckerreiche Obstsorten (Ananas, Banane, Feige, Litschi, Nektarine, Mango, Weintrauben)
  8. Obst aus der Konserve
  9. (Gesalzene) Erdnüsse
  10. Wein & Sekt
Grünen Spargel einfrieren

Hinweis: Wein provoziert nach aktuellen Erkenntnissen eine Gichtreaktion weniger stark und kann deshalb selten und nach dem Motto „Die Menge macht das Gift“ zu sich genommen werden.

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