Auf den Punkt gebracht:

  • Milchprodukte zum Neutralisieren
  • Brot und Mascarpone als Gegenmittel
  • Fette binden scharfe Geschmacksstoffe
  • kein Wasser trinken, um den Geschmack zu mildern

Gemüse

Kartoffeln und Möhren passen zu nahezu allen Gerichten. Gebe sie einfach in den Kochtopf und lasse sie mitkochen. Vor allem die Stärke in den Kartoffeln bindet die Schärfe. Je nach Wunsch entnimmst du das Gemüse vor dem Servieren erneut oder belässt es in der gekochten Speise. Allerdings wäre es viel zu schade, die Hilfsmittel zu entsorgen. Tische sie als Beilage auf.

Hinweis: Wenn Kartoffeln oder Möhren doch mal unpassend sind oder du einfach kein Gemüse im Haus hast, erfüllt auch ein Löffel Brühe seinen Zweck.

Brot

Brot eignet sich ideal als Beigabe zum Dippen scharfer Suppen. Da Toast -oder Weißbrot aber nur kurzfristig neutralisieren, empfehlen Forscher die Beigabe mit Mascarpone, alternativ Butter zu bestreichen. Wähle am besten eine Brotsorte mit einer rauen Oberfläche. Diese verändert die Textur der Zunge für kurze Zeit, sodass die scharfen Geschmacksknospen nicht mehr so empfindlich reagieren.

Milchprodukte

Milchprodukte sind aufgrund ihrer vielseitigen Darreichungsformen optimale Helfer in der Not. Der enthaltene Rahm bindet die scharfen Geschmacksstoffe an sich und überdeckt das Brennen. Je nachdem was auf dem Teller landet, sind Milchprodukte wie folgt einsetzbar:

Essen mit Milch neutralisieren
  • Milch zum Ablöschen
  • Joghurt als milde Alternative
  • Crème fraîche, Schmand und Sahne für Suppen und Aufläufe
  • Käse zum Überbacken von Nudelgerichten

Hinweis: Bei Kokosmilch handelt es sich zwar nicht um ein Milchprodukt, dennoch ist dieses Lebensmittel noch viel effektiver. Nicht umsonst ist das wässrige Kokosfleisch fester Bestandteil asiatischer Currys.

Fette

Vor allem der Stoff Capsaicin macht das Essen scharf. Zum Glück ist er fettlöslich, sodass die Beigabe von etwas Öl sehr hilfreich ist. Da Fette Capsaicin binden, hilft es nicht nur, die Speise mit etwas Öl anzureichern. Schwimmt das bereits enthaltene Fett an der Oberfläche, schöpfe es vorsichtig mit einem Löffel ab oder tupfe es mit einer Scheibe Brot ab. Entfernst du das Fett, saugst du die scharf machenden Stoffe gleichzeitig aus dem Gericht.

Hinweis: Ein Glas Wasser zu trinken, wenn das Essen zu scharf war, ist übrigens keine gute Idee. Zum einen bindet es die Schärfe nicht, zum anderen verteilt sich der scharfe Geschmack umso mehr im Mund.

Süß trifft scharf

Was könnte Schärfe besser neutralisieren als das genaue Gegenteil? Ein Löffel Honig oder eine Prise Zucker reichen oft schon aus, um den Geschmack zu mildern. Dass sich der Geschmack deiner Speise durch die Zugabe süßer Gewürze ändert, musst du nicht befürchten. Hast du dennoch Angst vor der Kombination aus Zucker und einem deftigen Gericht, hilft auch ein Spritzer Zitronen- beziehungsweise Limettensaft.

Hinweis: Für deftige Hauptgänge eher ungeeignet, aber für Raclette oder Fondue ausgezeichnet sind Obstsorten wie Weintrauben, Äpfel oder Bananen.

Schärfe mit Honig neutralisieren

Du warst zum Essen eingeladen und hast aus Anstand alles aufgegessen, obwohl es ziemlich scharf schmeckte? Manchmal hält das Brennen auf der Zunge noch lange Zeit an. In diesem Fall kannst du die oben genannten Lebensmittel natürlich auch als im Anschluss zu dir nehmen, um den Geschmack zu mildern. Dabei ist wichtig, dass du gut kaust und deinen „Nachtisch“ nicht hinunterschlingst. Zum einen verteilt sich der neutralisierende Geschmack dann besser im Mund, zum anderen überlastest du deinen ohnehin schon gereizten Magen nicht.

Ersetzen

Ähnlich des Abschöpfens von enthaltenem Fett, kannst du auch einen Teil deines scharfen Essens ersetzen. Nehme einfach einen Teil deiner Tomatensoße ab und füge neutrale passierte Tomaten hinzu. Vor allem wenn Kinder mitessen, solltest du nicht zu scharfe Gewürze verwenden. Meistens lassen sich Rezepte ganz einfach abändern. Milde, frische Kräuter bereichern die Mahlzeiten ebenso aromatisch wie Chilischoten.

Vorbeugen

Du wagst dich an ein scharfes Gericht mit frischem Chili und stellst schon beim Zubereiten fest, dass die Schoten ausgesprochen scharf schmecken? Dann schneide sie auf und entferne die weiße Haut sowie die Kerne. Hier drin steckt am meisten Capsaicin. Zudem hilft es, die Schoten über Nacht in Salz einzulegen, da es den scharfen Wirkstoff entzieht.

Hinweis: Grüne Chilischoten sind noch nicht vollständig ausgereift und schmecken daher milder als rote Chilis.

Außerdem zeigten Experimente, dass die Zubereitung im Wok einen ganz besonderen Einfluss auf die Schärfe des Essens hat. Ab einer Temperatur von 190°C verliert Capsaicin rund 15 % seines scharfen Aromas. Wenn du dein Gemüse für 15 Minuten auf 240°C erhitzt, reduziert sich der Gehalt sogar um die Hälfte.

Das richtige Maß finden

Scharfes Essen nimmst du als Schmerz wahr. Auf dieses Empfinden ist niemand besonders scharf. Trotzdem lohnt es sich hin und wieder scharf zu essen. Vor allem an kalten Tagen, lösen feurige Eintöpfe ein angenehm wärmendes Körpergefühl aus, da sie deine Durchblutung anregen. Scharfe Gerichte gelten bis zu einem gewissen Grad also als gesund. Außerdem schüttet dein Körper beim Genuss Endorphine, also Glückshormone, aus.
Obendrein gewöhnt sich dein Geschmackssinn bei regelmäßigem Verzehr an die Schärfe, sodass du dein Essen nur in seltenen Fällen mit unseren Tipps neutralisieren musst.