Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht:

  • aus dem Blütennektar verschiedener Palmenarten gewonnen
  • oft in Handarbeit in asiatischen Ländern hergestellt, deswegen recht hoher Preis
  • niedriger glykämischer Index
  • schmeckt malzig und leicht nach Karamell sowie weniger süß als normaler Zucker
  • zum Backen, Süßen von Drinks und für fernöstliche Gerichte zu verwenden

Woher kommt Palmzucker?

Der Zuckerersatz wird aus dem Nektar von Palmen hergestellt, welcher zunächst eingekocht und im Anschluss kristallisiert wird. Vorrangig in südostasiatischen Ländern, aber auch in der Karibik, in Südamerika und in Afrika wird Palmzucker oft in Handarbeit produziert. Zum Abkühlen und Verfestigen wird die kristallisierte Masse aus dem Palmensaft in spezielle Behälter abgefüllt – deswegen hat der fertige Palmzucker meist eine zylinderartige Form oder wird als Küchlein in den Handel gebracht.

Herkunft, Saison und Einkauf

Anders als viele frische Lebensmittel, hat die Zuckeralternative keine Saison, sondern wird in ihren Herkunftsländern rund ums Jahr produziert und exportiert. Mittlerweile ist „Jagre“, so die veraltete Bezeichnung für den Zuckerersatz, aus bei uns in Deutschland problemlos erhältlich. Du kannst ihn in den typischen Formen, die er durch die Produktion in Kokosnusschalen erhält, in

  • gut sortieren Supermärkten
  • Bioläden
  • Reformhäusern
  • Asia-Läden (oft günstiger als der klassische Supermarkt)
  • Onlineshops

kaufen. Für 1 Kilo Palmzucker als Pulver oder in den portionierten Küchlein musst du durchschnittlich etwa 8 bis 12 Euro ausgeben. In Ausnahmefällen und bei besonders guten Qualitäten aus Kleinproduktionen werden aber auch bis zu 30 Euro fällig. Somit ist das Lebensmittel deutlich teurer als herkömmlicher Haushaltszucker oder Rohrzucker.

Palmzucker

Umweltbilanz

Dadurch, dass der Zucker in Südostasien und anderen weit entfernten Ländern produziert wird, ist der Import mit langen Transportwegen verbunden. Das führt somit leider zu einer recht negativen Umweltbilanz. Gut aber ist, dass die Palmen zur Gewinnung des benötigten Nektars nicht gefällt werden müssen und auch kein Anbau in Monokulturen erfolgt. Auf Nachhaltigkeit bei der Produktion des Palmzuckers kannst du dich also verlassen.

Wie gesund ist Palmzucker?

Zucker ist Zucker – daran ändert auch die oft als deutlich gesünder als unser Haushaltszucker und manchmal sogar fälschlicherweise als Superfood angepriesene Alternative nichts. Wenn du auf den glykämischen Index deiner Ernährung achtest, bringt die Zuckeralternative allerdings einen kleinen Vorteil mit sich: er liegt bei 35 im Gegensatz zu 68 bei normalem Zucker – so steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr deutlich weniger stark an. Der Zucker aus dem Nektar der Palmen wird nicht raffiniert und enthält demzufolge komplexere Kohlenhydrate als herkömmlicher Haushaltszucker. Weitere Benefits der Zuckeralternative sind:

  • Mineralstoffe und Vitamine (allerdings nur in minimalen Mengen)
  • seine antioxidative Wirkung.

Allgemein kann man sagen, dass auch diese Zuckerart einer gesunden und vollwertigen Ernährung nicht förderlich ist und nur in möglichst geringen Mengen auf deinem Speiseplan landen sollte.

Nährwerttabelle

Unsere Tabelle verschafft dir einen guten Überblick über die enthaltenen Nährstoffe.

NährstoffNährtwert pro 100g
Kalorien400 kcal
Fett0 g
Eiweiß0 g
Kohlenhydrate100 g

Weitere wichtige Fakten findest du in unserer Infografik:

Infografik Lexikon Palmzucker

Wie kocht man mit Palmzucker?

Der Zuckerersatz ist sowohl zum Backen als auch zum Kochen zu verwenden. Wir zeigen dir, wie du ihn in der Küche einsetzen kannst.

Geschmack

Im Vergleich zu herkömmlichem Haushaltszucker schmeckt der Zuckerersatz allerdings deutlich weniger süß und hat ein angenehmes, karamelliges Aroma, welches vorrangig durch das lange Einkochen des Nektars entsteht. Dazu kommt ein leichter malziger Geschmack, den du vielleicht von braunem Zucker oder braunem Kandis kennst.

Zubereitung & Verwendung

Je nachdem, in welcher Form du den Zucker gekauft hast, musst du ihn vor der Verwendung zerkleinern. Das geht am besten auf einer Küchenreibe – hast du jedoch keine zur Hand, kannst du die Küchlein auch vorsichtig zerschlagen. Für folgende Gerichte kann die Zuckeralternative zum Einsatz kommen:

  • zum Süßen von Getränken wie exotischen Cocktails
  • Desserts sowie süße Backwaren
  • herzhafte Gerichte wie unser fruchtiger Lachssalat mit Mango oder verschiedene Currys (dann nur in minimaler Dosierung zum Abschmecken nutzen)
  • zum Marinieren von Fleisch oder Fisch
  • für Dips und Saucen, wie dem grünen vietnamesischen Nuoc Cham

Alternativen

Wirklich gesund ist kein Zucker, soviel seht fest. Wenn du die schlechte Ökobilanz des Palmzuckers scheust, aber dennoch keinen weißen Haushaltszucker verwenden möchtest, kann stattdessen Honig eine Alternative sein. Er hat einen glykämischen Index von etwa 55 und eine deutlich bessere Umweltbilanz, da du auf in Deutschland hergestellte Ware zurückgreifen kannst. Als geschmacklich Alternative kannst du auch (Roh-)Rohrzucker oder braunen Zucker benutzen, die ebenfalls ein karamellartiges Aroma haben.

Wie lagert man Palmzucker?

Um die gute Haltbarkeit des Palmzuckers zu gewährleisten, solltest du ihn folgendermaßen aufbewahren:

  • in einem gut schließenden Behälter
  • trocken und kühl
  • lichtgeschützt.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Palmzucker und Kokosblütenzucker?

Der ebenfalls immer beliebter werdende Kokosblütenzucker ist eine Unterart des Palmzuckers und entsteht dann, wenn zur Herstellung der Saft der Kokospalme verwendet wird. Andere Palmen, die genutzt werden können, sind zum Beispiel die Zuckerpalme, die Palmyrapalme oder die Silber-Dattelpalme.

Kann Palmzucker schlecht werden?

Wenn du ihn so lagerst wie von uns empfohlen, kann der Zuckerersatz grundsätzlich nicht verderben. Bewahrst du ihn zu warm auf, verändert er allerdings seine Konsistenz und wird weich – dann am besten an einen kühleren Ort stellen.

Dürfen Diabetiker den Zuckerersatz essen?

Dadurch, dass er einen niedrigen glykämischen Index hat, beeinflusst er den Blutzuckerspiegel deutlich weniger als herkömmlicher Haushaltszucker und ist für Diabetiker zumindest besser geeignet. Jedoch sollten man auch diesen Zucker nur in sehr niedrigen Mengen zu sich nehmen und immer den Blutzuckerspiegel im Auge behalten, wenn man an Diabetes leidet.

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