Auf den Punkt gebracht:

  • von individuellem Stoffwechsel abhängig
  • Weichmachen erleichtert Nährstoffaufnahme
  • roher Hafer festigt Stuhl
  • gekochter Hafer hilft bei Magenproblemen

Haferflocken richtig essen

Haferflocken roh oder gekocht essen? Ein ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ gibt es hier tatsächlich nicht, es kommt auf deinen individuellen Stoffwechsel und deine sonstige Ernährungsweise an.

Ist der Hafer wirklich roh?

Vollkommen roh sind der Großteil der in Läden erhältlichen Haferflocken ohnehin nicht mehr – nach Abbau und vor Vertrieb wurden sie bereits entspelzt, gedämpft, gedarrt (90-minütige Wärmebehandlung, 100 Grad Celsius), anschließend feucht wärmebehandelt und letztendlich gepresst. Diese Vorgänge sorgen für eine Reduzierung des verdauungsbeinträchtigend hohen Stärkegehaltes, weniger Feuchte und somit längere Haltbarkeit.

Hinweis: Sieh genau auf die Packung beim Einkaufen – gesüßte Haferflocken enthalten Unmengen an Zucker, Geschmacksverstärkern und zu viel Salz.

Video-Tipp

Haferflocken roh essen

Der Genuss roher Haferflocken, beispielweise in deinem Frühstücks-Müsli, sorgt aufgrund der Ballaststoffe für eine Stabilisierung bzw. Festigung des Stuhlgangs. Jedoch gibt es auch einen großen Nachteil: Rohe Haferflocken enthalten Phytinsäure, die die im Hafer enthaltenen Nährstoffe bindet. So wird die Aufnahme dieser gesunden Inhaltsstoffe im Körper gehemmt. Wenn du dich aber ansonsten ausgewogen ernährst, ist der Konsum roher Flocken unbedenklich, du kannst Haferflocken also je nach Appetit roh oder gekocht essen. RohköstlerInnen beispielsweise sollten etwas mehr Acht geben, da sie auf die Nährstoffe sehr angewiesen sind.

Ein 30-minütiges Einweichen der Flocken in Wasser, Milch oder Flüssigkeit deiner Wahl, spaltet die Phytinsäure auf: So sind die wichtigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralien im Hafer weniger gebunden und besser für unsere Körper aufzunehmen.

Haferflocken gekocht essen

Haferflocken kochen

Kochen hat im Gegensatz zum Einweichen keinen Einfluss auf die Phytinsäure, im Gegenteil – beim Erhitzen gehen sogar noch wichtige Vitamine und Nährstoffe verloren. Das macht die Haferflocken nicht ungesund, aber weniger nährstoffreich für unsere Körper. Dein Porridge kannst du aber auch mit etwas Obst oder Nüssen aufpimpen. Bei Magenproblemen hilft gekochter Haferschleim, da der Brei einen weichen Stuhl fördert.

Hinweis: Bei Magen-Darm-Krankheiten können dir Haferflocken tatsächlich helfen: die enthaltenen Ballaststoffe der Flocken schützen durch eine Art Schicht deine Schleimhaut vor dem sauren, aggressiven Magensaft.